Einheimische Wildsträucher oder ganze Hecken bieten nicht nur Vogelfutter in der kalten Jahreszeit, sondern während des ganzen Jahres Unterschlupf und Verbindungswege für allerlei Lebewesen. Was gibt es zu beachten?

Volltreffer einheimisch

Was gibt es Schöneres als die Blütenfülle des Schwarzdorns im Vorfrühling oder die roten Hagebutten an der schneebedeckten Wildrose? Das alles lässt sich vor der Haustüre erleben, wenn wir der Natur in unseren Siedlungen wieder mehr Platz verschaffen. Es geht nicht lange bis sich verschiedene Vögel, Wildbienen und Schmetterlinge entdecken lassen. Generell können von alteingesessenen Pflanzen in einem Gebiet viel mehr Tierarten leben. Zuchtformen und von weit her eingeführte Arten schneiden da viel schlechter ab.

Das einheimische Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) in flammender Herbstfärbung. Verzichten Sie auf Neophyten wie Kirschlorbeer oder Sommerflieder. Das sind gebietsfremde Problempflanzen, die sich durch starke Versamung in der Natur auf Kosten einheimischer Arten ausbreiten.

Woher die Pflanzen kommen, ist entscheidend

Bestehen Sie unbedingt auf einheimischen Wildsträuchern und bestellen/kaufen Sie immer mit dem wissenschaftlichen Namen. Also Sambucus nigra für Schwarzen Holunder. Zusatzbezeichnungen wie Wildstrauch Holunder Black Tower weisen auf Zuchtformen hin. Die idealen Wildsträucher stammen aus der Region und werden züchterisch nicht verändert. Informieren Sie sich bei einem Naturgartenfachbetrieb/Baumschule in der Region. Weitere Infos unter bioterra.ch, pronatura.ch, birdlife.ch.

Undurchdringliche Dornensträucher wie der Schwarzdorn (Prunus spinosa) bieten den Vögeln gute Deckung und Nahrung. Die blau-schwarzen Früchte (Schlehen) sind essbar. Die Blätter sind Futter für verschiedene Schmetterlingsraupen und die nektarreichen Blüten bieten im Vorfrühling willkommene Nahrung für zahlreiche weitere Insekten.

Wagen Sie den ersten Schritt

Einmal irgendwo anzufangen ist wichtig. Jetzt im Herbst ist die ideale Zeit für die Pflanzung eines Wildstrauchs. Orte gibt es genug: auf der Dachterrasse, im Vorgarten, beim Sitzplatz, im Hinterhof… Mit der Zeit kommt vielleicht ein Saum aus Gräsern und Kräutern dazu, ein Ast- oder Steinhaufen als Unterschlupf für Tiere, eine Blumenwiese statt Rasen…. Aus dem kleinen Trittstein wird so allmählich eine grössere Insel oder ein breiter Wanderkorridor für heimische Pflanzen und Tiere.

Die farbenfrohen Arten der Magerwiesen wie Hornklee (Lotus corniculatus) oder Esparsette (Onobrychis viciifolia) gedeihen auch in lichten Gehölzbeständen im Siedlungsraum und werten den Standort zu einem insektenreichen Lebensraum auf.

30% naturnah

Natürlich dürfen Sie Ihren gesamten Garten vielfältig und naturfreundlich gestalten, die Vögel und viele andere Lebewesen werden es danken. Damit die Vielfalt der Arten und Lebensräume – die sogenannte Biodiversität – langfristig erhalten und wieder verbessert werden kann, ist ein Anteil von  30% der Landesfläche nötig. Das hat eine Studie von InfoSpecies im Aufrtag des Bundesamtes für Umwelt ergeben. Fangen wir doch in der eigenen Umgebung damit an!   www.infospecies.ch/projekte

Text und Fotos: NVV Pfäffikon

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