Rückschau auf den Beitrag vom Juni 2021

In den Weihern um Pfäffikon haben in den letzten Tagen hoffentlich unzählige Jungfrösche das Wasser verlassen.

Aus den bekannten Laichballen, die im Frühling unter dem Schilf im Gemisbächliweiher (beim Pfadiheim) erspäht werden konnten, sind nach ca. drei Wochen die Kaulquappen (Rossköpfe) geschlüpft. Nach weiteren zwei Monaten wandelt sich diese Larve zum landlebenden Jungfrosch um, wobei der Körper einen enormen Umbau erfährt (Metamorphose): Lungen wachsen heran, die Raspelzähne der Aas und Pflanzen fressenden Larven verschwinden zugunsten einer Schleuderzunge, der Schwanz bildet sich zurück, vier Beine wachsen heran und die Augen treten aus dem Kopf hervor. Für mehrere Tage müssen die Tierchen jegliche Futteraufnahme einstellen. Unter günstigen Umständen wandern Ende Juni tausende von 12–15 mm langen Fröschchen vom Weiher weg in die Umgebung («Froschregen»).

Junger Grasfrosch nach der Metamorphose.

Bis zum Erreichen der Geschlechtsreife nach normalerweise drei Jahren führen die halbwüchsigen Tiere ein äusserst verstecktes Leben und scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Sie bleiben dem Wasser die ganze Zeit über fern und wandern erst im vierten Frühjahr wieder an ihren angestammten Laichplatz zurück. Die Männchen und die meisten Weibchen erscheinen jedes Jahr am Laichplatz. Die meisten Grasfrösche kommen nicht mehr als zwei- bis viermal zum Laichen, werden also kaum mehr als 5–7 Jahre alt. 

Der Strassentod ist eine der grössten Gefahren für die laichwandernden Grasfrösche. Insgesamt hat der Grasfrosch unter folgenden Voraussetzungen gute Zukunftsaussichten:

  • In unserer Landschaft müssen dauernd Kleingewässer aller Art, seichte Partien an Grossgewässern und natürlich mäandrierende Bachläufe vorhanden sein. Neuschaffungen solcher Gewässer werden vom Grasfrosch in der Regel bald besiedelt.
  • Auf eine weitere Entwässerung feuchter Partien auf Wiesen und in Wäldern muss verzichtet werden, sind dies doch die Landlebensräume des Grasfrosches.
  • Der Einsatz von Pestiziden oder Kunstdüngern ist in allen diesen Gebieten und auf den Froschwanderstrecken völlig einzustellen.

Neben den Grasfröschen sind an unseren Weihern auch Erdkröten anzutreffen. Sie sind ausserordentlich ortstreu und suchen jeden Frühling ihr Geburtsgewässer, das mehrere hundert Meter bis zu 1 km weit entfernt sein kann, zum laichen auf. Sie hängen ihre Laichschnüre häufig im Schilfgürtel straff in die Vegetation.

Junge Erdkröte, schon beim Ausschwärmen zum Sommerlebensraum erwarten sie grosse Gefahren.

Ende Juni schwärmen die bei der Metamorphose knapp 1 cm grossen Krötchen auch bei Tag und in “guten” Jahren in Massen vom Gewässer weg und nehmen nach wenigen Wochen die nächtliche Lebensweise der Alten im Wald an. Die Erdkröte wird erst mit 3–5 Jahren ge­schlechtsreif, und die meisten Weibchen, die dieses Alter erreichen, suchen den Laichplatz nur einmal in ihrem Leben auf, die Männchen häufiger.

Die Anzahl der Grasfrösche und Erdkröten, denen Freiwillige des NVV Pfäffikon bei der Laichwanderung behilflich ist, ist seit Jahren rückläufig. In diesem Jahr wurden an der Zugstelle Oberhittnauerstrasse (Sänggelenweiher) 212 Kröten und 100 Grasfrösche über die Strasse getragen. Vor zehn Jahren 2011 waren es noch 1124 Erdkröten und 431 Grasfrösche. Die Zahlen können natürlicherweise stark schwanken. Nach einem Einbruch von 2014 haben sie sich aber nie mehr erholt und pendeln in den tiefen Hunderterzahlen. Die Gründe dafür sind vielfältig, ein wichtiger Faktor ist der Strassentod. Er hängt mit ihrer Ortstreue in Verbindung mit der grossen Distanz zwischen Laich- und Sommerplatz zusammen.

Die oben beschriebenen Massnahmen zur Verbesserung der Situation helfen auch der Erdkröte.

Text: NVV Pfäffikon, Fotos info fauna

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