Ausflug zur Greifvogelstation Berg am Irchel

Am 13. September besuchten wir mit 15 Teilnehmenden die Greifvogelstation Berg am Irchel

Wir werden von Anita Zybach, der Stationsleiterin, herzlich empfangen. Ein junger Weissstorch wartet schon hungrig auf dem Dach und wird anschliessend mit Kücken gefüttert. Die Greifvogelstation hat neu die Erlaubnis erhalten verletzte oder junge, geschwächte Weissstörche aufzuziehen.

Der Eingang zur Greifvogelstation

Wir erfahren, dass Veronika von Stockar 1956 in Berg am Irchel eine private Pflegestation für Greifvögel gegründet hat. 2007 ist sie zum Ehrendoktor ausgezeichnet worden für den guten Umgang mit Wildtieren und das sorgfältig gesammelte Datenmaterial. Auch heute kann noch von ihren vielen Erfahrungen profitiert werden. Seit 2008 gehört die Greifvogelstation zur Stiftung PanEco. Zu dieser Stiftung gehören auch das Orang-Utan Schutzprogramm auf Sumatra und das Naturzentrum Thurauen. Gründerin und Stiftungsratspräsidentin ist Regina Frey, die Tochter von Veronika von Stockar. Zurzeit arbeiten drei Festangestellte, Zivildienstleistende und Freiwillige auf der Greifvogelstation.


Verletzte Greifvögel und Eulen werden zuerst in kleinen dunklen Boxen ruhiggestellt. Momentan ist ein Sperber in einer Box untergebracht. Sperber sind sehr heikle Patienten, welche man selten durchbringt.


Das Bild links zeigt eine der kleinen Volieren, welche sehr spartanisch eingerichtet sind, damit sich die Vögel nicht verletzen. Sie bleiben dort, bis sie in die grosse Flugvoliere umziehen können.


Falls nach der Untersuchung eine Verletzung am Fügel festgestellt wird, werden sie im Tierspital Zürich kostenlos geröntgt. Nicht alle Pfleglinge können gerettet werden. Zum Beispiel Vögel mit Flügelbrüchen am Oberarmknochen müssen eingeschläfert werden. Ellen- oder Speichenbrüche sind jedoch gut heilbar.

Kollisionen mit Autos oder einer Fensterscheibe sind die häufigsten Ursachen, weshalb verletzte Vögel in die Greifvogelstation kommen, gefolgt von hungernden Jungvögeln oder schwachen und abgemagerten erwachsenen Tieren. Vor allem Mäusebussarde sind vom Nahrungsmangel betroffen. Pro Jahr werden ca. 300 Greifvögel und Eulen gepflegt und mehr als die Hälfte kann wieder gesund entlassen werden.


Unsere Führung geht weiter in den Schulungsraum, wo wir viele verschiedene Greifvogel- und Eulenarten bestaunen können. Die Präparate stammen von Vögeln, welche die Verletzungen nicht überlebt haben. Sogar ein Bartgeier ist dabei; da staunen wir, wie gross er wirklich ist.

Eine ganz besondere Erfolgsgeschichte eines Steinkauzes wird uns erzählt. Ein Lastwagenchauffeur, von der Toskana her kommend, findet zwischen den Wassermelonen einen ausgehungerten Steinkauz und bringt ihn in die Greifvogelstation. Es sei ein pflegeleichter Patient gewesen, welcher bald wieder vom Chauffeur abgeholt und in der Toskana freigelassen wird.

Zum Schluss besichtigen wir die grosse Volière. Hier trainieren die Vögel ihre Flugmuskeln, um möglichst bald freigelassen zu werden.


Einige von Hand aufgezogene Turmfalken, welche aus dem Nest gefallen sind, werden demnächst in die Freiheit entlassen. Neu sind sie besendert, um ihre Überlebenschancen zu dokumentieren.

Nach 2 ½ Stunden verabschieden wir uns von Anita Zybach und bedanken uns herzlich für die spannende und informative Führung.


Text: Doris Schaffner Boog

Fotos: Julia Greiner und Doris Schaffner Boog

Für weitere Informationen: Greifvogelstation Berg am Irchel: Greifvogelstation

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