Freifläche am Pfäffiker Seequai – Anlegen von Sandlinsen zur Förderung bodennistender Wildbienen-Arten, ein Freiwilligen-Projekt der besonderen Art
70% der 600 vorkommenden Wildbienen-Arten in der Schweiz nistet im Boden. Die mittlerweile zahlreich vorhandenen «Bienenhotels» bestückt mit hohlen Stängeln und mit Bohrlöchern versehenen Rundhölzern, dienen somit nur einer Minderzahl der in der Schweiz lebenden Wildbienen-Arten. Bei uns mangelt es vor allem an geeigneten Brutplätzen für die überwiegende Mehrzahl bodennistender Wildbienen-Arten. Aus diesem Grund wurde von privaten Initianten ein entsprechendes Projekt geplant und mit einer Gruppe Freiwilliger ausgeführt. Eine Besprechung vor Ort mit der Wildbienen-Expertin Antonia Zurbuchen, Zentrumsleiterin des Naturzentrum Pfäffikersee, über das Potential und die Eignung von Fördermassnahmen für bodenbrütende Wildbienen auf der Freifläche am Seequai, gab den Startschuss für dieses ökologische Aufwertungsprojekt. Nachdem wir konkrete Massnahmen für bodennistende Wildbienen sowie für einen geeigneten Standort für die Ansiedlung von AmeisenlöwenLarven von Ameisenjungfern entworfen hatten, erfolgte ein Treffen mit Lorenz Hug, dem Naturschutzbeauftragten der Gemeinde Pfäffikon. Er zeigte sich sehr erfreut über unser Vorhaben und signalisierte auch die Bereitschaft, dass sich die Gemeinde an den Kosten beteiligen würde. Als nächster Schritt wurde ein Projekt mit Kostenvoranschlag ausgearbeitet mit zwei Sandlinsen für bodennistende Wildbienen auf der Freifläche sowie einem überdeckten Sandstreifen an der Ostfassade des VVP-Schopfes am Seequai. Ende September konnten wir mit den Vorbereitungen für die Ausführung der ökologischen Aufwertungsmassnahmen auf der Freifläche am Seequai loslegen. Durch die Mitwirkung von freiwilligen Helferinnen und Helfern wollten wir nicht nur die Erstellungskosten tief halten, sondern auch ein nachhaltiges Gemeinschaftserlebnis ermöglichen. Zuerst wurden die Bodengruben für die zwei Sandlinsen (je 4 m2 gross und 50 cm tief) mit einem Bagger vom Werkhof Unterhalt der Fachstelle Naturschutz, Kanton, maschinell ausgehoben sowie 5 m3 Wildbienen tauglicher Natursand und 0.5 m3 Bollensteine per LKW angeliefert. An zwei Freitagen im Oktober, konnten wir dank Wetterglück sämtliche Handarbeiten verrichten. Dazu gehörte, Sand in HandKarretten an die drei Massnahmenstandorte karren und schichtweise mit Handstampfer verdichten, Aushubmaterial umplatzieren, abgetragene Grassoden bei ausgebreitetem Unterbodenmaterial wieder auftragen und Bollensteine kreisförmig um eine Sandlinse versetzen. Mit 11 Freiwilligen und ihren fleissigen Händen gelang in etwa 12 Stunden Arbeitszeit die Realisierung eines gelungenen Projektes zur Förderung bodennistender Wildbienen und Ameisenlöwen auf der Freifläche bzw. unter dem Vordach des VVP-Schopfes am Pfäffiker Seequai Den freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie Lorenz Hug als Naturschutzbeauftragten mit seiner pragmatisch-kooperativen Vorgehensweise und
der Gemeinde Pfäffikon für die Übernahme der Kosten für Baggerarbeiten und
Material (Natursand, Bollensteine und Abdeckblachen) danken wir als Initiativgruppe ganz herzlich.


Alle Beteiligten an diesem Projekt warten jetzt gespannt auf nächsten Frühling und
Sommer 2026, um zu beobachten, wie die Sandlinsen von den Wildbienen als
Nistplätze und der trockene Sandstreifen von den Ameisenlöwen zum Bau ihrer
Fang-Sandtrichter allmählich angenommen werden. Im nächsten Frühling wird eine
kleine Personengruppe mit der Betreuung der Sandlinsen eingesetzt, die dafür sorgt,
dass die Wildbienen-Sandflächen von einwachsenden Pflanzen freigehalten werden.
Text/Fotos: Bernhard Huber
