Gemütliche Artenschützer – wie Extensivrinder durch schonende Beweidung die Biodiversität fördern

Am 26. Februar durften wir Caren Pauler, Forscherin bei agroscope und Mitglied beim NVV Pfäffikon, im Kirchgemeindehaus empfangen wo sie einen Vortrag über die Erforschung von ökologischer Beweidung mit verschiedenen Rinderrassen hielt.

Das Thema Beweidung ist gerade in der Schweiz allgegenwärtig. Egal wo wir uns befinden, es sicher eine Weide in der Nähe und mit ihr Kühe die darauf grasen. Doch nicht jede Kuh oder jedes Rind hat die gleichen Auswirkungen auf die Weide sowie die darin enthaltene Biodiversität. Um dies zu erforschen, verbrachte Caren Pauler mit ihrem Team eine längere Zeit auf der Alp Weissenstein beim Albulapass. Erforscht wurde das Weideverhalten sowie dessen Auswirkungen auf die Flora und Fauna von drei Rinderrassen: Die Hohlsteinkuh, eine auf Milcherzeugung gezüchtete Hochleistungskuh. Das schottische Hochlandrind, die naturnahste Viehrasse und das originale Braunvieh, was in etwa die Mitte darstellt. Der Vortrag war sehr informativ und man konnte auch ohne grosses Fachwissen die Schlussfolgerungen nachvollziehen. Grob zusammengefasst lässt sich sagen:

  • Moderne Hochleistungskühe können sehr steiles Gelände nicht optimal nutzen und fressen ausserdem nur die schmackhaftesten Pflanzen. Dies ist einer der Hauptgründe, warum Sträucher alpine Weiden überwuchern und die Artenvielfalt abnimmt. Jedes Jahr verbuscht in der Schweiz eine Fläche von der Grösse des Walensees.
  • Ab einer Verbuschung von über 60% tritt ein hoher Biodiversitätsverlust ein.

Hochlandrinder als extensive Rasse haben ein anderes Weideverhalten. Sie sind anspruchsloser und weniger wählerisch. Sie fressen sogar Disteln und Blauen Eisenhut (giftig). Ausserdem sind sie kleiner, leichter, langlebiger und haben tiefere Tierarztkosten. Je länger eine Weide von Hochlandrindern beweidet wird, desto höher bleibt oder wird die Artenzahl. In ihren Haaren werden Samen transportiert und verbreitet. Man spricht von einer Biotopvernetzung.

Natürlich wurde noch so einiges interessantes erzählt. Dies würde jedoch den Rahmen sprengen, weshalb es nachfolgend nun noch ein paar Impressionen gibt. Wer Interesse an mehr Informationen hat kann ganz einfach hier draufklicken um direkt zur Doku bei SRF Einstein zu gelangen.

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