Exkursion zum Internationalen Tag des Waldes: «Heute bin ich einmal Förster:in des Waldes» 

Eine Exkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Pfäffikon mit Manuel Walder, Forstingenieur und Naturpädagoge

«Guten Morgen», begrüsst uns Manuel am Pfaffberg, «im Wald sind wir per du. Mich interessiert heute von euch: Wie seht ihr als Laien den Wald?» Dazu stellt Förster Manuel immer wieder Fragen. Die erste: Welche Funktionen könnte das Waldstück hier haben und wie könnten die vier Funktionen heissen?

In Kleingruppen ziehen wir los und überlegen zusammen. Wenn Manuel die Flöte spielt, treffen wir uns wieder. Lösung: «Erholungsfunktion» hatten wir erraten. «Holznutzung» ebenso. Diese Funktion hat denn auch Vorrang um uns herum. Wir hätten aber gedacht, dass es auch noch eine «Schutzzone für Tiere» gebe. Die gibt es – aber nicht hier. Denn dort wäre der Wald noch wilder, mit mehr Alt- und Totholz. «Totholz ist nicht tot», sagt Manuel, «sondern sehr lebendig». Im toten Holz leben Schwarzspechte, viele Kleintiere, aber auch Pilze und Insekten. «Es gibt Käfer, die bis zu acht Jahren brauchen, bis sie schlüpfen».


Steifzug durch den Wald. Doch welche Funktionen erfüllt dieser?

In Kleingruppen ziehen wir los und überlegen zusammen. Wenn Manuel die Flöte spielt, treffen wir uns wieder. Lösung: «Erholungsfunktion» hatten wir erraten. «Holznutzung» ebenso. Diese Funktion hat denn auch Vorrang um uns herum. Wir hätten aber gedacht, dass es auch noch eine «Schutzzone für Tiere» gebe. Die gibt es – aber nicht hier. Denn dort wäre der Wald noch wilder, mit mehr Alt- und Totholz. «Totholz ist nicht tot», sagt Manuel, «sondern sehr lebendig». Im toten Holz leben Schwarzspechte, viele Kleintiere, aber auch Pilze und Insekten. «Es gibt Käfer, die bis zu acht Jahren brauchen, bis sie schlüpfen».

Hat vieles über den Wald zu erzählen: Manuel Walder

Die vierte Funktion ist die Schutzfunktion: Schutz der Menschen vor Erosion, Lawinen, aber auch Hochwasser, denn der Waldboden hält Wasser wie ein Schwamm zurück und gibt es verzögert ab.

Die vier Funktionen des Waldes

  • Ökologische Funktion
  • Schutzfunktion
  • Nutzfunktion
  • Erholungsfunktion

Nach einem Fussmarsch sollen wir die Geschichte des Waldes lesen. Immer noch sichtbar sind die Spuren von Sturm Lothar, der 1999 über die Schweiz gefegt ist. An einem gefällten Baum lassen sich die Jahrringe zählen: es sind 29. Dieser Baum wurde also schon vor dem Orkan gefällt. Wer die Geschichte des Waldes kennt, kann ein wenig in die Zukunft blicken. Der Förster muss den jetzigen Baumbestand kennen und den zukünftigen abschätzen, damit der Wald nicht übernutzt wird. In der Schweiz darf höchstens so viel Holz geschlagen werden, wie nachwächst.


Mittlerweile ist es Znünizeit, alle bedienen sich an Birnbrot, Früchtebrot und Russenzopf. Wald macht glücklich, aber auch hungrig. Doch die grösste Arbeit steht noch bevor.

Wald macht glücklich, aber auch hungrig

Jetzt geht es ans Vermessen. Wir bekommen den Auftrag, den «Holzvorrat» einer Are zu errechnen. Dazu gibt uns Manuel Anleitungen und eine Berechnungsformel. Wir messen und rechnen richtig: Unser Resultat ist fast deckungsgleich mit dem vom Kanton. Zuletzt soll Holz geerntet werden. Wir dürfen etwa einen Kubikmeter Holz pro Jahr entnehmen, das entspricht einem Baum mit ca. 32 cm Durchmesser. Welchen wollen wir nehmen und warum? Vielleicht wollen wir einen der Bäume eher schonen? Nach den Beratungen in der Gruppe werden die Bäume mit Bändeln markiert.

Welchen Baum wollen wir nehmen und warum? Vielleicht wollen wir einen der Bäume eher schonen?


Und schon ist der Morgen um. Wie aufwändig und anstrengend, aber auch vielfältig die Arbeit der Försterin und des Försters ist, haben wir gelernt. «Wir sehen den Wald und die Försterarbeit nun mit anderen Augen.»


Text und Bilder: Beatrice Schwitter

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