Nach 2 langen Jahren der ungeplanten Corona-Pause durfte der NVV Pfäffikon endlich wieder seine erste Vogelexkursion durchführen. Und so konnte auch der kleine Wintereinbruch mit Minustemperaturen die etwa 20 unerschrockenen und warm bekleideten Vogelfreunde nicht vom morgendlichen Naturerlebnis abhalten.

Begrüssung mit etwas Theorie

Warum singen Vögel? Gleich zu Beginn wurden die Teilnehmer mit dieser Frage konfrontiert. Viele Vogelarten werben mit ihrem wohlklingenden Gesang um die richtige Partnerin für die Brutsaison. Gleichzeitig wird auf diese Weise signalisiert, dass dieses Brutrevier bereits besetzt ist. Jede Vogelart hat ihren eigenen Gesang, der sogar noch regionale Dialekte aufweisen kann. Neben dem Gesang wird mit unterschiedlichen Rufen vor Gefahren gewarnt oder mit Artgenossen kommuniziert, dazu gehört auch das unüberhörbare Betteln der Jungvögel.

Der Mensch erzeugt Töne durch die Stimmbänder im Kehlkopf. Das Stimmorgan des Vogels, die sogenannte Syrinx, sitzt tiefer, nämlich am Ende der Luftröhre an der Verzweigung zu den Bronchien. Auf beiden Seiten der Syrinx befinden sich sogenannte Syrinxringe, die in zwei Gruppen unterteilt sind. Zwischen diesen beiden Gruppen gibt es jeweils eine Membran, deren Spannung durch Muskeln beeinflusst wird. Meist mit ausströmender Luft geraten die Membranen in Schwingung und erzeugen Töne, die bei manchen Vogelarten auch zweistimmig klingen können.

Haubenmeise

Nach so viel Theorie wurden die Teilnehmer in eine Kinder- und Familiengruppe für die kleine Runde und eine Erwachsenengruppe aufgeteilt und los ging es: Zilpzalp, Buchfink, Zaunkönig, Winter- und Sommergoldhähnchen, Rotkehlchen, Ringeltaube, Kohl- und Blaumeise und einige Arten mehr. Es gab trotz geschlossener Schneedecke viel zu sehen und zu hören. Selbst eine Haubenmeise mit ihrem Häubchen liess sich blicken. Anscheinend war der Neubau schon fertig. Haubenmeisen bauen im Gegensatz zu den anderen Meisenarten ihre eigene Höhle. Auf der Vorexkursion konnte eine Woche zuvor ein Haubenmeisenpaar dabei beobachtet werden, wie es aus einer selbst gezimmerten Höhle die Holzspäne fein säuberlich in den Aussenbereich entsorgte. 

Welcher Vogel singt von wo?

Sich die unterschiedlichen Vogelstimmen zu merken, ist gar nicht so einfach. Doch wo könnte der meisterhafte Sänger zu entdecken sein? Um zu erfahren, wo sich im Baum welche Vogelart normalerweise beim Gesang aufhält, mussten erst einmal Äste gesammelt werden. Der Baum war schnell gelegt, doch nun fing die Herausforderung an, die Vogelarten richtig zuzuordnen: Rotkehlchen und Zaunkönig sind beim Gesang oft weiter unten oder auf halber Höhe zu entdecken, Buchfink, Kohl- und Sumpfmeise eher in der Baummitte, Tannen- und Blaumeise mit Winter-Sommergoldhähnchen im oberen Bereich, Kernbeisser und Singdrossel sitzen oft ganz oben.

Das Wintergoldhähnchen hält sich meist weiter oben auf.

Beim Schneemannbau wurde den Teilnehmern der kleinen Runde schnell wieder warm, bis die beiden Gruppen wieder vereint waren.  Gemeinsam konnten sich die Teilnehmer an mehreren Rotmilanen und Bussarden erfreuen, die die Thermik nutzten und sich direkt über uns immer weiter in den Himmel schraubten. Ein schöner Abschluss, der Vorfreude auf die nächste Exkursion weckte: am 1. Mai vom Kastell in Irgenhausen nach Auslikon.

Unser neues Vereinsmitglied.

Text: Sonja Ellermeyer

Fotos: Simon Halter, Michael Gerber, Sonja Ellermeyer

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